Viele,
besonders räumlich-visuell beeinträchtigte Kinder kommen mit der
Form und Struktur von Arbeitsblättern und Büchern nicht zurecht.
Eben noch ist eine Aufgabe im Päckchenformat zu lösen, danach in
Schneckenform. Da geht es von links nach rechts, dann wieder
von oben nach unten usw. Heute wird eine Rechenoperation
anhand des Zahlenstrahls erklärt, morgen soll das Kind die Aufgabe
mit dem Hunderterbrett lösen.
Manche Kinder benötigen einfach länger das praktische Handeln und Ausprobieren mit konkretem Materialien. Wenn dann zu früh auf Abbildungen oder gar ausschließlich nur mit Ziffern gearbeitet wird, sind rechenschwache Kinder überfordert.
Besonders im
Frontalunterricht geht der Lehrer auf das Groß der
Klasse ein und gibt die Hausaufgaben entsprechend auf. Intelligenten
Kindern wird es da langweilig und für die anderen geht es zu
schnell.
Abbildung: Frontalunterricht, früher die Regel
"Der Lehrer ballert los, den einen trifft's, den anderen streift's, der dritte hat den Schuss nicht mal gehört." Prof. H.-J. Schmutzler
Als Eltern achten Sie bitte mit darauf: Wenn das Kind mit Aufgaben wie 123 + 28 Schwierigkeiten hat (Zehnerübergang), dann sollte es lieber länger noch einfache Aufgaben rechnen dürfen (ohne Zehnerübergang) oder erst mal Übungen zum Dezimalsystem (Hunderter, Zehner, Einer) machen dürfen.
Viele Lehrer verbieten das Fingerrechnen. Aber es gibt Kinder, die sich das einfach nicht im Kopf vorstellen können. Ich persönlich kenne ein Mädchen (mit schwerer Dyskalkulie), die rechnete noch in der Oberstufe mit Fingern. Aber inzwischen derart schnell (und richtig!), also warum soll man es den rechenschwachen Schülern unnötig schwer machen?
Das kann eine Ursache sein, weshalb ein Kind schlecht rechnen kann, aber dies ist natürlich keine echte Rechenschwäche, bzw. Dyskalkulie. Und natürlich ist die Schulleistung abhängig von der Person des Lehrers. Wie erklärt er, wie geduldig ist er, welche Atmosphäre ist im Unterricht usw.