Man
geht von der Erkenntnis aus, dass jeder Mensch / Familie/ Gruppe
usw. als ein autopoitisches (sich selbst regulierendes
System) gesehen werden kann, das die Tendenz hat im
Gleichgewicht zu bleiben.
So wie das Pendel dieser Uhr. Je weiter es zur einen Seite ausschlägt, desto mehr anschließend auch zu anderen.
Das kann man in allen Lebensbereichen beobachen, auch in der Geschichte. Z.B. der Zeit des Wirtschaftswunders und Kleinbürgerlichkeit folgte die 68er Bewegung mit Konsumverweigerung und Antiautoritärer Erziehung, während es bei deren Nachkommen gerade wieder umschlägt in Karrierestreben und Selbstverwirklichung auf Kosten der Kids.
In der Literatur wird es bei "Familie Buddenbrook" (Thomas Mann) anschaulich geschildert. Die strebsame, ehrbare Kaufmannsfamilie wird durch den aus dem Rahmen fallenden Christian "gepiesackt". Ein "Pendelschlag" des Systems in die andere Richtung. Vielleicht könnte man spekulieren: Hätten sie mehr von dem ausgelebt was Christian darstellte, vielleicht wäre der Verfall ausgeblieben. Vermutlich hätte Thomas Buddenbrook dann das Blumenfräulein geheiratet und die hätte ihm gesündere Kinder geboren als die zarte Gerda und neuen Schwung in die Familie gebracht.
Mein Lieblingsfilm mit Lieselotte Pulver:
Die Buddenbrooks Edition 4 DVDs)
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| Familie früher und heute | |
Beispiel: Ein (System) Familie hat einen sehr chaotischen, extrovertierten Lebensstil. Durch das wahrnehmungsgestörte Kind wird ein anderer Anspruch an sie herangetragen, es benötigt nämlich Gleichmäßigkeit und Strukturen. Das Kind könnte in diesem Fall auch als Symptomträger sein. Durch seine Auffälligkeit ist die Familie herausgefordert, bisher vernachlässigte Aspekte bei sich zu entwickeln. Ein isoliertes, funktionelles Arbeiten ausschließlich am Symptom Rechenschwäche orientiert wäre in diesem Fall nicht sinnvoll!
Literatur zum Thema systemische Familientherapie: