Alltagsgestaltung

Ursache von Wahrnehmungsstörungen ist ja, dass die Kinder beim Ordnen, Filtern usw. der verschiedenen Sinneseindrücke Schwierigkeiten haben. Ein gut strukturierter Alltag kann dabei helfen.

Abbildung: Ritual Geburtstag. Durch den (sinnlich fassbaren) Geburtstagskranz ist sich das Kind in jedem Moment dieses besonderen Tages bewusst. Es bietet ihm Hilfe bei dem Erkennen und der Bildung von Strukturen.

Grundsätze

  • Im familiären und schulischen Umfeld ist es notwendig, die unmittelbare Umgebung vom Reizangebot überschaubar zu halten.
  • Eine deutliche Tagesstruktur, eine einfache und logische Raumgestaltung hilft dem Kind sich zu ordnen.
  •  Strukturhilfen (z.B. für die Erledigung der Hausaufgaben) sollten eingeführt werden.
  •  Der Erziehungsstil sollte einsichtig und konsequent sein, es sollten klare Grenzen gesetzt werden.
  •  Hektik und Chaos sollte vermieden werden, Langsamkeit sollte akzeptiert und als nützliche Strategie angesehen werden.

Strukturen und Rituale

  • Regelmäßiger Tagesablauf
  • Wochenablauf
  •  Zubettgehzeiten
  •  Rituale (Geburtstag, Kirchliche Feste)
  •  Beachtung von Jahreszeiten
  • regelmäßige Essenszeiten

Zimmer, Kleider, Besitz

Die Besitztümer des Kindes sollten überschaubar sein. Lieber nur einige Teile in guter Qualität, als viele Spielsachen und Dinge ohne Beziehung dazu. Chaos und Reizüberflutung, zu viel Termine, Spielsachen, Unternehmungen, Farben und Muster (z.B. von Bettwäsche, Vorhängen, Teppichen) ist schädlich für diese Kinder. Fernsehen sollte drastisch eingeschränkt werden.

Abbildung: Ein gut strukturiertes, schlichtes, aber freundliches, helles Kinderzimmer ist besser als viel Kram und Kinkerlitzchen.

Wahrnehmungsgestörte Kinder haben oft große Probleme mit dem Aufräumen. Nicht (nur), weil sie es nicht wollen, sondern wegen ihrer Strukturierungsschwäche. Wenn sie aufräumen sollen, nehmen sie oft Sachen auf und legen sie woanders wieder ab. Sie erkennen und verfolgen aber kein System dabei. Dies wird natürlich erschwert, bzw. erleichtert durch die Menge und Anzahl der Teile. Sinnvoll ist es auch, bei Bedarf mit dem Kind gezielte pädagogische Einheiten bezüglich seine Eigentums durchzuführen. Jedes Teil sollte einen Platz bekommen.

Das Gleiche gilt für den Kleiderschrank: Lieber wenige, gute Teile, zu denen das Kind eine Beziehung hat und die es gern trägt, als eine (für das Kind) unübersichtliche Menge Klamotten, die dann es nicht verwalten kann. Günstiger als bunte Muster und Aufdrucke sind auch klare, schlichte Farben. Sie helfen dem Kind, sich zu ordnen.

Strukturen erkennen, wahrnehmen, bilden, festigen

Sinnvoll ist es, mit dem Kind gemeinsam ein Buch (Kalender, Tage-, Jahres-, Silvesterbuch) anzulegen. Themen: Über sich selbst, Größe und Gewicht, Aussehen, Besonderheiten, seine Gaben, seine Interessen, Umwelt, Nachbarschaft, Familie, Wohnung, Alltagsgestaltung, Feste, Spielsachen, Tagesgestaltung usw. Es hilft dem Kind, sich zu ordnen und Strukturen zu erkennen.

 
Abbildungen: Sich mit vermeintlich selbstverständlichen Dingen und Strukturen der Umgebung wie Familienmitgliedern, Schulkameraden, Nachbarschaft, Anziehsachen, Wohnungsaufteilung, zu befassen, ordnet und strukturiert das Kind.