Wolfensberger: "Die Aufgabe, welche die Mitwelt an den (...) Kindern hat, lässt sich nur mit wenigen Worten umreißen: Wir müssen alles tun, um das (...) Kind ohne psychischen Schaden, ohne Diskriminierung und schulische Benachteiligung von der Früherfassung bis zur Nachreifung im Adoleszenzalter pädagogisch und therapeutisch zu begleiten" (1976)
Wie sich das Kind entwickelt, hängt von vielen ursächlichen, sowie
autogenen und exogenen (Förderung, Umwelt usw.) Faktoren ab, wie ich
sie schon in vorangehenden Seiten ausführlich beschrieben habe.
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Autogene Bedingungen, Möglichkeiten, Ressourcen können sein:
Wenn als Ursache eine neurologische Entwicklungsverzögerung (siehe
Wahrnehmungsentwicklungsbaum und Sensorische Integration) angenommen
werden kann, sind es oft nur einzelne "Kettenglieder" in der
"Entwicklungskette", die nachgeholt werden müssen, um die
vorhandenen Fähigkeiten voll ausnützen zu können. (vergl. Ayres
1992) Häufig wachsen sie sich auch in der Pubertät aus, bzw. werden
kompensiert.
Wolfensberger schildert: "Was unreif ist, kann eines Tages
nachreifen. Eine spontane Nachreifung beobachten wir zum Glück immer
wieder im Verlaufe der Pubertäts- und Nachpupertätszeit, in der sich
die meisten Symptome sukzessive abschwächen und zum Teil ganz
verschwinden" (1976). Leider besteht die Gefahr, dass sich jedoch
bis dahin durch mangelndes Verständnis, falsche Behandlung und
unangemessene Reaktion der Umwelt, durch schulische Überforderung
und schulisches Versagen, mangelnde oder ausbleibende Förderung,
dann oft hartnäckige sekundäre Probleme (z.B.
Verhaltensauffälligkeiten, Ängste, mangelndes Selbstwertgefühl,
gesundheitliche Beeinträchtigung) eingestellt haben.
Wolfensberger: "Die Aufgabe, welche die Mitwelt an den (...) Kindern hat, lässt sich nur mit wenigen Worten umreißen: Wir müssen alles tun, um das (...) Kind ohne psychischen Schaden, ohne Diskriminierung und schulische Benachteiligung von der Früherfassung bis zur Nachreifung im Adoleszenzalter pädagogisch und therapeutisch zu begleiten" (1976).
Ich selber habe ein Kind mit einer sehr schwerwiegenden Dyskalkulie (bedingt durch sehr gravierende Wahrnehmungsstörungen vom Grad einer Behinderung) seit ihrem Schulanfang intensiv gefördert (mehrere Stunden wöchentlich, auch in den Ferien). Inzwischen geht dieses Kind (16 Jahre) in die 9. Klasse einer Gesamtschule (Grundkurs) und hat nach Auskunft des Mathematiklehrers ein gutes mathematisches Grundwissen und ist dabei manchen Kindern voraus. Ebenfalls ist sie (und das ist das Wichtigste!) in psychischer und sozialer Hinsicht unbeeinträchtigt geblieben. Sie ist weiterhin eine Frohnatur, hat gute Freunde und geht ausgesprochen gern zur Schule. Sehr positiv für sie war nach meiner Beobachtung, dass sie nicht nur defizitorientiert gefördert wurde. Da sie sprachlich, musikalisch und sportlich sehr begabt ist, konnte ein guter Ausgleich gefunden werden. Besonders die musikalische Betätigung erhält sie soziale Anerkennung und bietet ihr eine Insel der Erholung vom Alltagsstress. Erhebliche Probleme bereiten allerdings zur Zeit immer noch Anforderungen wie Selbstorganisation, zeitliche und räumliche Orientierung, Handlungsplanung, visuelle Vorstellungskraft und die Merkfähigkeit.