Sofern man sich mit den Hintergründen der Störung beschäftigt hat, weiß man, dass die Grundlagen zur Rechenfähigkeit schon im Säuglingsalter angelegt werden. Daher sind vor allem Prävention, und das Wissen um eine entwicklungsanregende Kleinkinderziehung (Zimmer: Handbuch der Sinneswahrnehmung u.a.) von Bedeutung.
Präventive Maßnahmen können aus der Beschreibung der Ursachen, Diagnostik und Förderung abgeleitet werden (Stichworte: Bewegungsarmut, Reizüberflutung, Hektik, einseitige Sinnesstimulation, z.B. durch das Fernsehen).
Wichtig ist eine Förderung aller Sinnesmodalitäten und deren Verknüpfung. Hierfür ist ein besonderes Augenmerk auf die leicht zu übersehenden Basis- bzw. Körpersinne zu legen. Sie bestimmen die Eigen- bzw. Körperwahrnehmung und werden gefördert durch einfache Bewegungs- und Spiel- und Berührungsmöglichkeiten.
Ebenso sinnvoll ist für das Kind eine angemessene Beteiligung an Hausarbeit, bzw. Alltagstätigkeiten, Reduzierung der Spielsachen und weniger Autofahrten.
Am Beispiel des Wahrnehmungsentwicklungsbaumes und der Sensorischen Integration nach Jean Ayres wird es deutlich: Durch die Ausbildung, Verfeinerung und Verknüpfung der einzelnen Sinnesmodalitäten erwachsen die Grundvoraussetzungen kognitiven Leistungen (deren Nichtvorhandensein eben dann zu den beschriebenen Leistungseinbrüchen führt). Schließlich handelt es sich hier nicht um eine anstrengende Therapie, sondern um eine allgemeine Sinnes- und Entwicklungsförderung, die grundsätzlich jedem Kind gut tut.
Früher nannte man solche Kinder einfach Spätentwickler. Durch die heutige Lebensweise ist für diese Kinder die Chance geringer geworden, dass sich das von alleine "auswächst". Informierte und dafür sensibel gemachte Eltern und Erzieher bewerten das Spielen, die Bewegung, das Lernen und die Gestaltung des Alltags auch unter diesen Gesichtspunkten. Leider reicht aber das Wissen derer, die mit dem Kind täglich umgehen oft nicht aus, um in unserer künstlichen Umwelt Kinder entsprechend förderlich aufwachsen zu lassen.
Wenn, wie es von höchster Ebene erklärt wird, Bildung unser Kapital ist, dann muss diese vollmundige Aussage auch Konsequenzen für die Säuglings- und Kleinkinderziehung haben. Bildung beginnt eben nicht erst in der Schule, oder gar in der Universität. Die Grundlagen werden, wie wir heute wissen, eben schon weit früher gelegt. Dieses Wissen muss auch Eingang in die Gesellschaft, die Politik, in das gesamte nähere und weitere Umfeld finden, damit die Prioritäten entsprechend gesetzt werden.
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